Diese Gedenkseite ist Erwin Melzer gewidmet, einem der mehr als 725 Kriegsopfer, die mit der Gemeinde Deurne verbunden sind und von der Stichting Oorlogsslachtoffers dokumentiert wurden. Die Gemeinde Deurne und die umliegenden Dörfer Liessel, Vlierden, Helenaveen, Neerkant und Zeilberg wurden im Herbst 1944 während schwerer Kämpfe befreit. Dabei fielen Opfer auf allen Seiten: alliierte Soldaten aus Ländern wie dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten, Kanada und Neuseeland, sowie deutsche Soldaten.

Doch das Archiv umfasst mehr als nur die Gefechtsopfer auf Deurner Boden. Auch Einwohner von Deurne, die anderswo ums Leben kamen, werden gewürdigt: Zivilisten, die in Konzentrationslagern ermordet wurden, Zwangsarbeiter, die in Deutschland umkamen, Menschen, die hingerichtet wurden oder an den Folgen von Verfolgung und Unterdrückung starben. Darüber hinaus sind auch Einwohner von Deurne aufgenommen, die in deutschen Kriegsdienst traten und anderswo fielen.

Die Stichting Oorlogsslachtoffers dokumentiert seit 1995 die Geschichte all dieser Menschen, ohne Unterschied nach Nationalität, Seite oder Herkunft. Ziel ist es, jeder Person einen Namen und ein Gesicht zu geben und ihr Andenken lebendig zu halten.

 

Name: Melzer
Vornamen: Erwin
Rufname: –
Geburtsdatum: 09.04.1924
Geburtsort: Bilin (Tschechien)
Wohnhaft: –
Rang / Beruf: Gefreiter
Erkennungsmarke: 110 – 2. Infanterie-(Feldausbildungs-)Regiment 720
Einheit: –
Sterbedatum: 21.10.1944
Sterbeort: Deurne
Todesursache: –
Friedhof: Deutscher Soldatenfriedhof in Ysselsteyn
Gedenkstätte: –


Weitere Informationen

Grablage: Feld TJ, Reihe 3, Grab 37

Bei der Familie Hannes van Ooij, Z.224a, in der Nähe des Bahnübergangs bei der Clarinet, war ein letzter Vorposten eingerichtet worden. Dieser Vorposten bestand aus einem amerikanischen Panzer und einigen amerikanischen Soldaten. An jenem Abend schlief Frau Struik, die sich gut an den Vorfall erinnerte, bei der Familie Pijnenburg, Z.318B, schräg gegenüber dem Vorposten, und wurde durch eine Schießerei geweckt. Es stellte sich heraus, dass eine Gruppe Deutscher den amerikanischen Posten mit Maschinengewehren und Handgranaten angriff. Die Amerikaner waren jedoch bereit, und am nächsten Morgen wurden drei tote Deutsche gefunden, während Blutspuren darauf hindeuteten, dass möglicherweise verwundete Deutsche entkommen waren. Frau Struik ging davon aus, dass die Amerikaner keine Verluste erlitten hatten, und die drei Deutschen wurden von den Amerikanern vorübergehend auf der Deponie bei der Clarinet begraben.

Letzteres wird durch den Überführungsbericht mit Identifikationsangaben bestätigt, da die Feldgräber von Gefreiter Erwin Melzer, des Gefreiten Hans Green und des Sanitäters Bruno Baasch mit einem amerikanischen Holzkreuz versehen waren, auf dem ein Metallstreifen mit der Aufschrift „Unknown German Soldier“ (unbekannter deutscher Soldat) angebracht war.

Das Feldgrab von Erwin Melzer befand sich 5 Meter nördlich der Böschung der Eisenbahnstrecke von Zeilberg nach Griendtsveen und 154 Meter östlich des zweiten unbewachten Abschnitts westlich des ehemaligen Haltepunkts Griendtsveen.

Ein vom Dienst für Identifizierung und Bergung erstellter Überführungsbericht mit Identifizierungsdaten steht gegebenenfalls beim Autor zur Einsichtnahme zur Verfügung.

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