Diese Gedenkseite ist Josef Strobl gewidmet, einem der mehr als 725 Kriegsopfer, die mit der Gemeinde Deurne verbunden sind und von der Stichting Oorlogsslachtoffers dokumentiert wurden. Die Gemeinde Deurne und die umliegenden Dörfer Liessel, Vlierden, Helenaveen, Neerkant und Zeilberg wurden im Herbst 1944 während schwerer Kämpfe befreit. Dabei fielen Opfer auf allen Seiten: alliierte Soldaten aus Ländern wie dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten, Kanada und Neuseeland, sowie deutsche Soldaten.
Doch das Archiv umfasst mehr als nur die Gefechtsopfer auf Deurner Boden. Auch Einwohner von Deurne, die anderswo ums Leben kamen, werden gewürdigt: Zivilisten, die in Konzentrationslagern ermordet wurden, Zwangsarbeiter, die in Deutschland umkamen, Menschen, die hingerichtet wurden oder an den Folgen von Verfolgung und Unterdrückung starben. Darüber hinaus sind auch Einwohner von Deurne aufgenommen, die in deutschen Kriegsdienst traten und anderswo fielen.
Die Stichting Oorlogsslachtoffers dokumentiert seit 1995 die Geschichte all dieser Menschen, ohne Unterschied nach Nationalität, Seite oder Herkunft. Ziel ist es, jeder Person einen Namen und ein Gesicht zu geben und ihr Andenken lebendig zu halten.

| Name | : Strobl | |
| Vornamen | : Josef | |
| Rufname | : – | |
| Geburtsdatum | : 10.03.1910 | |
| Geburtsort | : Pusarnitz 21, Gschiess, Österreich | |
| Wohnhaft | : Klagenfurt | |
| Rang / Beruf | : Hauptsturmführer, SS-Nummer 139478 | |
| Erkennungsmarke | : 14/SS „Der Führer“ 12. SS-Verfügungstruppe | |
| Einheit | : 2./SS-Panzerjäger-Abteilung 5 | |
| Sterbedatum | : 13.11.1940 | |
| Sterbeort | : Deurne, Krankenhaus | |
| Todesursache | : infolge eines Granateneinschlags | |
| Friedhof | : Deutscher Soldatenfriedhof in Ysselsteyn | |
| Gedenkstätte | : – | |
Weitere Informationen
Grablage: Feld CA, Reihe 5, Grab 116
Sohn von Bartlmä Strobl und Anna Strobl-Thaler.
Ausgezeichnet mit dem SS-Ehrendegen, dem SA-Sportabzeichen und dem Deutschen Sportabzeichen.
Josef Stobel, von Beruf Kfz-Mechaniker, begann seine Laufbahn bei der Waffen-SS, als er im Juli 1934 dem SS-Hilfswerk Dachau zugeteilt wurde. 1935 wurde er dem II./SS-Regiment „Deutschland“ versetzt, woraufhin er an der SS-Junkerschule Bad Tölz eine Offiziersausbildung absolvierte; dort wurde er am 20. April 1936 zum SS-Untersturmführer befördert. Am 12. September 1937 wurde Josef Strobl zum SS-Obersturmführer befördert und anschließend 1938 der SS-Standarte „Der Führer“ zugeteilt.
Am Mittwoch, dem 13. November 1940, führte die deutsche Artillerie auf Befehl des Artillerie-Kommandeurs General Künzel eine Schießübung durch, bei der eine neue Art von Munition in Form einer 15-cm-Sprenggranate, die als Panzerabwehrgranate diente, auf eine Kasematte der Peel-Raam-Stellung abgefeuert wurde. Für diese Schießübung wurde ein Gebiet in der Umgebung von Vredepeel ausgewählt, ein sumpfiges Gebiet zwischen zwei Waldrändern, die in gerader Linie etwa einen Kilometer voneinander entfernt waren. An einem Waldrand wurde die Artilleriebatterie stationiert. Sie feuerte auf das Ziel am anderen Waldrand. Etwa auf halber Strecke der Schießbahn wurde ein Rundbau errichtet, zu dem ein relativ schmaler Pfad führte. Auf diesem Rundbau versammelte sich ein großer Teil der Crème de la Crème des ehemaligen „kaiserlichen Artillerie-Offizierskorps“. Die hohen Offiziere beobachteten durch ihre Ferngläser die bemerkenswerte Treffsicherheit und die explosive Wirkung der neuen Munition. Die elliptische Flugbahn führte über ihre Köpfe hinweg, jedoch weit genug vom Einschlagort entfernt – bis zu dem Moment, als ein Volltreffer mit höchster Präzision in den Schützenstand einschlug! Es waren 19 Tote und viele Verwundete zu beklagen, die in verschiedene Krankenhäuser gebracht wurden, darunter beispielsweise Venray, Deurne, Helmond, Geldrop und Arnheim.
Die Verstorbenen wurden nicht einfach auf einem der deutschen Ehrenfriedhöfe in der näheren Umgebung beigesetzt, sondern auf den bedeutendsten Ehrenfriedhof der Niederlande, den „Grebbeberg“, überführt.

In der Grabrede von General Busch wurde zum Ausdruck gebracht, dass bei diesem Unfall kein Fehler eine Rolle gespielt habe, sondern es sich vielmehr um einen Fall höherer Gewalt gehandelt habe. „Ich habe meine Zweifel, dass die falsche Ladung und die konzentrierte Ansammlung von Funktionären 800 Meter vor dem Ziel wirklich unvermeidbar gewesen wäre.“
In einem Schreiben vom 6. Dezember 1940 des SS-Brigadeführers an den Reichsführer-SS heißt es unter anderem, dass Standartenführer Hansen die oben genannte Bemerkung von General Busch für besonders wichtig hält, da General Busch bereits in seiner Trauerrede erklärt hatte, dass bei diesem Unfall kein Fehler eine Rolle gespielt habe, und zwar noch bevor die Untersuchung abgeschlossen war.
Unten ein Foto aus dem Fotoalbum von Unteroffizier Servatius Dimmer (4. von links) während der Ausbildung zusammen mit Josef Strobl (3. von links). Unteroffizier Servatius Dimmer starb noch vor Ort an den Folgen dieses tragischen Unfalls.

Unten erneut ein Foto aus dem Fotoalbum von Unteroffizier Servatius Dimmer mit der Bildunterschrift „Geschütz beim Übungsschießen“, also die Geschütze während der Schießübungen. Obwohl sich dies nicht mit Sicherheit sagen lässt, könnte das untenstehende Foto während der oben beschriebenen Schießübungen aufgenommen worden sein.

Auszug aus einer auf Deutsch verfassten Liste von Umbettungen, darunter Servatius Dimmer (113) und Josef Strobl (116).

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